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 Norman Finkelstein: Israel is committing a holocaust in Gaza

NORMAN FINKELSTEIN VERURTEILT ISRAEL


 Jewish-American Professor Norman Finkelstein

Finkelstein has said Israel is now committing
a holocaust against Palestinians in Gaza.

Interview mit türkischer Zeitung Today's Zaman:

Was will Israel mit diesem Unternehmen erreichen?

Israel will 2 Ziele erreichen: das Abschreckungspotential wiederherstellen, also Schrecken bei den arabischen Staaten gegen sich selbst verbreiten. Das ist ein Kernprinzip der israelischen strategischen Doktrin. Arabische Staaten müssen in Angst vor Israel leben, in Angst vor seiner militärischen Macht, und sie müssen tun, was die Israelis sagen. Sie müssen die Befehle Israels ausführen.

Israels Abschreckungspotential erlitt im Mai 2000 einen Rückschlag, als es Hizbollah gelang die israelischen Besatzungstruppen aus dem Südlibanon zu vertreiben. Sofort nach dieser Niederlage plante Israel einen weiteren Krieg gegen die Hizbollah, um sein Abschreckungspotential wiederherzustellen. Im Jahre 2006 hat Israel nach langer Vorbereitung und dem vollen Einsatz seiner Luftwaffe aber eine weitere schmähliche Niederlage im Libanon gegen die Hizbollah hinnehmen müssen.

Das zweite Ziel war, die Friedensinitiative der Palästinenser zum Scheitern zubringen.

Das war stets ein zweites Dogma Israels: Man verhandelt nicht mit den Arabern. Man erteilt ihnen Befehle. Die Hamas wurde allzu gemäßigt; sie übermittelte das Signal, sie könnte sich mit einer Zweistaatenlösung in den Grenzen von 1967 zufrieden geben. Die Führung in Syrien und der „Westbank“ haben ebensolche Erklärungen abgegeben.  Israel fürchtete schon, es wäre gezwungen, über eine Lösung zu verhandeln, die die internationale Gemeinschaft seit 30 Jahren vorschlägt.

Ein Gegner einer solchen Lösung sind nur die USA, oder Israel, gestützt von den USA. Indem die Hamas also begann, gemäßigte Positionen einzunehmen und sich an den Waffenstillstand von 2008 hielt, bewies sie damit, einen glaubwürdigen Verhandlungspartner darzustellen. Die Hamas hielt sich an ihr Wort. Währenddessen hat eine der Voraussetzungen dieses Waffenstillstands außer acht gelassen, nämlich, die Blockade zu lockern. Also wollte Israel die palästinensische Friedensoffensive aus der Welt schaffen. Das hat es immer wieder und wieder getan. Israel provoziert die Palästinenser,   Reaktion zu zeigen, und es will entweder Hamas vernichten oder soviel zerstören, daß Hamas einfach sagen muß, es werde niemals mit Israel verhandeln. Das ist geanau das, was Israel will. Israel will überhaupt keinen gemäßigten Verhandlungspartner, denn findet sich ein solcher, dann würde ja der Druck auf Israel zunehmen. Hamas will eine Vereinbarung erreichen. Hamas steht zu seinem Wort. Aber Israel will gar nicht verhandeln.

Was Sie eigentlich ausdrücken, ist, daß Israel überhaupt nicht an einem Frieden interessiert ist.

Israel will Frieden zu seinen Bedingungen, und die sind, die Westbank soll seinem Staatsgebiet einverleibt werden.

Wird das Unternehmen erfolgreich verlaufen?

Zunächst müssen wir eine klare Sprache sprechen, die richtigen Wörter finden. Es handelt sich nicht um ein „Unternehmen“, und es findet auch nicht

ein Krieg“ statt. Was da vor sich geht, ist ein Abschlachten, ein Massaker. Wenn 200 bis 300 Kinder umgebracht werden, dann ist das nicht Krieg. Wenn man stärkste militärische Mittel gegen eine wehrlose Bevölkerung einsetzt, dann ist das nicht „ein Krieg“. Man spricht auch nicht von Krieg, wenn man einen Fisch in einem Faß abschießt. Ein israelischer Kolumnist drückte es so aus, es erfordere nicht allzuviel Mut, Düsenflugzeuge und waffenstarrende Kampfhubschrauber in einen Gefängnishof feuern zu lassen. Was hier geschieht, ist kein Krieg. Ein Drittel der Todesopfer waren Kinder. Es ist kein Krieg. Es handelt sich um ein Massaker.

Was Israels wahre Ziele betrifft, muß man sagen, daß es erfolgreich war. Es hat Furcht unter den Palästinensern und allgemein unter den arabischen Staaten erzeugt, zu sehen, wie irrsinnig Israel tatsächlich ist. Und zweitens, es zerstört Hamas als moderaten Verhandlungspartner. Jetzt kann man schon hören, daß Hamas keine Friedensverhandlungen führen wird. Das ist genaudas, was Israel wollte.

Auf Ihrer Netzseite findet sich das Argument, daß die Enkel der Judenverfolgung den Palästinensern genau das antun, was ihnen Berichten zufolge von den Nazis angetan wurde. Stimmen Sie dem zu?

Wie eine ganze Anzahl von Kommentatoren herausstellten, wird Israel immer mehr zu einem wahnsinnigen Terrorstaat. Und das muß ehrlich einbekannt werden. Während die übrige Welt Frieden will, Europa Frieden will, sogar die USA Frieden wollen, will dieser Staat nichts als Krieg, Krieg, Krieg. In der ersten Woche des Massakers tauchten in den israelischen Zeitungen Berichte auf, Israel habe nicht vor, alle seine Bodentruppen in Gaza einzusetzen, da es Angriffe auf Iran plane. Und dann sprachen die Berichte wieder von Angriffen auf Libanon. Dieser Staat ist irrsinnig.

Aber schließen Sie sich dieser Charakterisierung an?

Sehen Sie sich die Bilder an und entscheiden Sie selbst. Ich werde den Leuten nicht sagen, was sie darüber denken sollen. Ich sage bloß, jeder sollte die Bilder ansehen und für sich entscheiden: http://www.normanfinkelstein.com/article.php?pg=11&ar=2510)… …

In Ihrem Buch „Jenseits der Chutzbah“ argumentieren Sie, daß Israe  nach der Vertreibung der Palästinenser gegründet worden sei, aber die Frage bleibt offen, ob dies von vorne herein geplant war? Und wenn ja, kann man den Vorgang ein Genozid nennen?

Ja, es handelte sich um eine vorsätzliche Tat, und ich finde, das Zeugnis dafür ist sonnenklar. Sogar Israels früherer Außenminister, Shlomo Ben-Ami, sagte in seinem vor einigen Jahren publizierten Buch „Narben des Krieges“, daß es völlig klar sei, daß es sich 1948 um eine vorsätzliche, geplante Austreibung gehandelt habe, die in der zionistischen Maxime des „Transfers“ begründet war. Vertreibungen sind Vertreibungen, und sie sind Kriegsverbrechen.

Wo sehen Sie die Ursache, daß die US-Medien derart einseitig und pro-Israel eingestellt sind?

Ich sehe da zwei Komponenten. Vor allem, Israel nimmt die Interessen der USA in der Region wahr, und die amerikanischen Medien geben Carte Blanche jedem Staat, der amerikanischen Interessen dient. Das ist das Bild im Großen und Ganzen, und dies ist wohl in anderen Teilen der Welt auch nicht anders. Die schrecklichen Regime wie Saudiarabien, auch Ägypten, bekommen auch Carte Blanche in den USA. Das ist der größere Zusammenhang. Aber es gibt natürlich noch einen zweiten Faktor, das ethnische Element. In zahlreichen Zeitungen und in den übrigen Medien gibt es eine massive jüdische Präsenz, und es gibt die jüdische ethnische Solidarität, die hier eine Rolle spielt. …… …

Welche Gefühle ruft das Unternehmen Israels bei Ihnen persönlich hervor?

Ich fühle schon lange keine emotionale Verbundenheit mehr mit dem Staat Israel, der ohne Reue, voll Brutalität und Unmenschlichkeit diese bösen und mörderischen Kriege führt. Israel ist ein Räuberstaat. Ein russischer Schriftsteller definierte einmal solche Räuberstaaten als Dschingis Khan mit Telegraf. Israel ist Dschingis Khan mit Computer. Ich fühle keinerlei Verwandtschaft mit diesem Staat. Ich habe dort einige gute Freunde und deren Familien dort; natürlich wollte ich nicht, daß ihnen Leid geschieht. Aber manchmal habe ich das Gefühl, Israel sei aus der wabernden Hölle entstanden, ein satanischer Staat. 90% der Bevölkerung sind außer sich vor Freude, spenden lauten Beifall und fühlen sich stolz und heroisch. Sie schicken einen Sherman Panzer auf einen Kinderspielplatz und fackeln die Kinder ab. Ist das heroisch? Ist das Mut?

Etwa dreihundert Kinder, sie sind alle verbrannt, zu Asche verbrannt; Ganz Gaza wurde mit Phosphorbomben belegt. Alles, was diese Leute aufbauen, aufbauen, aufbauen wollten, ist wiederum zerstört, verwüstet worden. Dieser Staat hat Gaza 1978 angegriffen, dann wieder 1982, wieder in 1993, in 1996, wieder im Jahre 2006, und jetzt, 2008, und immer hat Israel zerstört, zerstört, zerstört. Und dann heben diese satanischen, narzistischen Leute die Arme hoch und fragen: „Warum liebt uns denn keiner? Warum wollen unsere Nachbarn uns denn nicht hier haben?“ Ja, aber warum sollten sie denn?

 

In a telephone interview with Today's Zaman, Finkelstein said Israel was a "terrorist state" created by the ethnic cleansing of Palestinians in 1948. Praising Prime Minister Recep Tayyip Erdoðan and the Turkish people for their courage in supporting Palestinians, Finkelstein referred to Israel as a  "satanic" and "lunatic" state. Finkelstein's parents survived the Nazi camps in World War II and then immigrated to the US. After his book “The Holocaust Industry,” in which he accused many prominent Jewish leaders of abusing the victims of the Holocaust, was published, Finkelstein was almost declared persona non grata by Americas influential Zionist circles.

What does Israel want to achieve with this operation?

Basically, Israel wants to achieve two goals: to restore what it calls its deterrence capacity -- that means to spread fear among Arab states about itself. This is a core principle of Israeli strategic doctrine. Arab states have to be afraid of Israel, afraid of its military might, and Arabs should do what Israelis want. They shall follow Israeli orders.

Israels military deterrence suffered a setback in May 2000, when Hezbullah succeeded to expel Israeli occupying forces from south Lebanon. Almost immediately in the aftermath of the failure, Israel planned another war with Hezbullah to re-establish its deterrence capacity. In 2006, after long preparation and using its air force, Israel suffered another ignominious defeat in Lebanon against Hezbullah.

The second goal was to defeat the Palestinian peace offensive. This has been another basic principle of Israeli doctrine: You do not negotiate with Arabs. You give them orders. The Palestinian organization Hamas was becoming too moderate; it was transmitting, giving the signal that it was ready to go along with the two-state settlement based on pre-1967 borders. The leadership of Syria and the West Bank have also been making statements like this. So Israel started to get worried that it would be obliged to negotiate a settlement which the international community has been supporting for the last 30 years.